Ein funktionierender Bevölkerungsschutz beginnt im eigenen Zuhause – und im eigenen Handeln. Wie wichtig die persönliche Vorbereitung auf Krisensituationen ist, zeigte die Informationsveranstaltung „Persönliche Notfallvorsorge – Richtiges Handeln in Notlagen“, die die Gemeinde Allmersbach im Tal gemeinsam mit dem Resilienz-Zentrum des DRK Rems-Murr-Kreis im Bürgersaal der Versammlungshalle ausrichtete.
Rund 40 Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über konkrete Maßnahmen zur Vorbereitung auf außergewöhnliche Notlagen zu informieren. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Haushalte auf Szenarien wie Naturkatastrophen, länger andauernde Stromausfälle oder Versorgungsengpässe vorbereiten können.
Aktuelle Ereignisse wie großflächige Stromausfälle zeigen, dass solche Lagen auch in Deutschland realistisch sind. Während Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen in akuten Schadenslagen unverzichtbar sind – wie zuletzt beim Hochwasser 2024 im Rems-Murr-Kreis – gewinnt die Vorsorge im eigenen Haushalt zunehmend an Bedeutung.
Referentin Beate Wichtler vom Resilienz-Zentrum des DRK setzte bewusst nicht auf klassische Checklisten, sondern auf praktische Denkanstöße. Die Teilnehmer sollten sich vorstellen, was passieren würde, wenn plötzlich der Strom ausfällt und nicht kurzfristig zurückkehrt. „Wir dürfen die mentale Vorbereitung nicht vergessen und sollten Notlagen nicht zu kompliziert denken“, betonte Wichtler. Ziel sei es, ruhig und handlungsfähig zu bleiben.
Das 2025 gegründete Resilienz-Zentrum des DRK Rems-Murr-Kreis verfolgt genau diesen Ansatz: Menschen frühzeitig sensibilisieren und ihnen Sicherheit im Umgang mit Krisensituationen geben – ohne Ängste zu schüren.
Im Vortrag wurden zahlreiche alltagstaugliche Maßnahmen vorgestellt. Eine zentrale Rolle spielt die Bevorratung von Trinkwasser – empfohlen werden rund 20 Liter pro Person für zehn Tage. Auch der Hinweis, bei Stromausfall frühzeitig Wasser in vorhandene Behälter abzufüllen, wurde gegeben.
Kommunale Strukturen für den Krisenfall
Ergänzend stellte die Gemeinde Allmersbach im Tal ihre Strukturen für den Krisenfall vor. Hauptamtsleiterin Anna Seitz erläuterte kommunale Abläufe, während Klaus Käfer vom DRK-Ortsverein Allmersbach im Tal die Arbeit des Ortsvereins und Möglichkeiten zum eigenen Engagement im Bevölkerungsschutz vorstellte.
Weitere Schwerpunkte waren die Sicherstellung von Wärme – etwa durch Kleidung, Decken oder die Nutzung eines Raums – sowie die Lebensmittelvorsorge mit haltbaren Produkten. „In einer Notlage geht es nicht um Komfort, sondern darum, mit einfachen Mitteln zurechtzukommen“, so Wichtler.
Auch technische Hilfsmittel wurden thematisiert: leicht zugängliche Lichtquellen wie Taschenlampen, Kerzen oder Kurbel- beziehungsweise Solarlampen. Besonders sinnvoll sind Kurbelradios, da sie Licht, Informationen und Kommunikation verbinden. Ergänzend können Powerbanks helfen.
Für die Informationsversorgung wurde auf die NINA-Warn-App hingewiesen. Zudem empfiehlt das DRK, wichtige Dokumente gebündelt bereitzuhalten und Bargeld vorzuhalten, da elektronische Zahlungssysteme ausfallen können.
Neben der materiellen Vorsorge spielen auch soziale Aspekte eine wichtige Rolle. Nachbarschaftshilfe und lokale Netzwerke können in Krisen entscheidend sein. „Eine gute Vorbereitung hilft, Überforderung und chaotische Situationen zu vermeiden“, sagte Bürgermeisterin Patrizia Rall. Die Veranstaltung machte deutlich, dass eigenverantwortliche Vorsorge ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung von Notlagen ist.
Bürgermeisterin Patrizia Rall bedankte sich abschließend für die große Resonanz und den intensiven Austausch.
Informationen zur Katastrophenvorsorge gibt es auf der Gemeindehomepage unter www.allmersbach.de (Bürger & Wohnen – Katastrophenvorsorge) sowie auf www.resilienzzentrum-drk-rems-murr.de.
